Arbeitsplattformen

In unserer Gesellschaft bahnt sich ein neuer, freier, kooperativer Umgang mit Wissen an. Computergestütztes Wissensmanagement, das Internet und vor allem die Erfahrung, dass geteiltes Wissen potenziertes Wissen ist, ermutigen gerade Menschen, die mit komplexem und innovativem Wissen umgehen zusammenzuarbeiten, anstatt sich zu vereinzeln, oder in eine "altertümliche" letztendlich unsinnige Konkurrenz miteinander zu treten.

Die "Offenen Arbeitsplattformen", die das Zukunfts-Zentrum Barsinghausen derzeit zu seinen Kernthemen aufbaut, sollen eine Grundlage für Zusammenarbeit, für Wissensverdichtung, für die Konstruktion komplexer, ausdifferenzierter Wissensgebilde, wie für Transdisziplinäres Wissensmanagement sowie für wissensbasierte Gespräche bieten.

Eine Offene Arbeitsplattform im Sinne des ZZB sollte in der Regel auf drei Säulen ruhen. Sie sollte

  • auf einem thematischen computerbasierten Wissenssystem gründen,

  • von einer kooperativ zusammenarbeitenden Trägergruppe betreut werden,

  • über eine angeschlossene Bildungswerkstatt, die sowohl für die Träger als auch die Nutzer der Arbeitsplattform tätig ist, verfügen.

Die derzeit am ZZB im Aufbau befindlichen "Offenen Arbeitsplattformen" sind unterschiedlich weit entwickelt. Ihnen allen liegen jedoch umfangreiche thematisch-fachliche Vorarbeiten des Zukunfts-Zentrums zu Grunde.

Im Verlauf des Jahres 2005 sollen die ersten dieser Offenen Arbeitsplattformen ihre Aktivitäten aufnehmen.

Im Herbst 2004 hat das Zukunfts-Zentrum damit begonnen, die folgenden "Offenen Arbeitsplattformen" vorzubereiten und ihr Grundgerüst im Internet vorzustellen.

  • Evolutionäre Umweltpolitik

  • Nachmaterialistische Naturwissenschaft

  • Transmateriale Katalysatoren

  • Umweltverträglichkeitsprüfung

Über den Entwicklungs-Sachstand zu den genannten Arbeitsplattformen informieren Sie die im Folgenden zugänglichen Websites.

Im Verlauf des Jahres 2005 strebt das ZZB an, zwei weitere Offene Arbeitsplattformen - "Theoriebildung zum Ökologischen Landbau" und "Theoriebildung zur Komplementärmedizin" - einzurichten.

Zum Sinn Offener Arbeitsplattformen

Innovative Themen sind in ihrer Entstehungsphase fragil, unentfaltet, wenig ausdifferenziert und häufig auch nur schwer vermittelbar. Es ist sinnvoll und hilfreich, sie möglichst frühzeitig zu stabilisieren, indem sie mit relevantem zugehörigen Wissen vernetzt, oder in bereits bestehende Diskussionszusammenhänge eingebunden werden.

Unkonventionelle Themen werden in unserer Gesellschaft in der Regel von Einzelpersonen, isolierten Institutionen, oder in das normale Wissenschaftssystem nicht integrierten Pseudoschulen ausgestaltet und - so gut es halt jeweils möglich ist - dokumentiert. Sie werden zumeist isoliert, unverbunden zu ähnlichen, aber mit anderen Kontexten entstandenen Wissensquellen, publiziert.

Das Zukunfts-Zentrum strebt durch die Schaffung Offener Arbeitsplattformen an, ausgewählte Themen, mit denen es sich auch selbst beschäftigt, zu stabilisieren. Eine Offene Arbeitsplattform

  • vernetzt Personen und Institutionen aus einem übergeordneten oder umfassenderen Themenbereich,

  • sammelt und verdichtet Wissen,

  • strukturiert und dokumentiert Erkenntnisse und Erfahrungen,

  • bildet einen thematischen Kern und eine Wissensbasis für das Zusammenwirken unterschiedlicher Personen und Institutionen in einem Kompetenznetz,

  • bildet die Basis für eine Wissenswerkstatt.

Offene Arbeitsplattformen gruppieren sich allemal um ein wachsendes Wissenssystem. Sie schaffen die Grundlagen für Bildungseinrichtungen, Forschungsinstitutionen und Publikationsplattformen. Durch sie lassen sich thematisch orientierte science communities organisieren.

Offene Arbeitsplattformen sollten aus drei Komponenten bestehen

  • einem computerbasierten Wissenssystem,

  • einem, dieses Wissenssystem tragenden Kompetenznetz,

  • einer Bildungswerkstatt.

Offene Arbeitsplattformen können damit, in Bezug auf innovative, neue oder unkonventionelle Themen erheblich zu deren Manifestation, Ausdifferenzierung und gesellschaftlichen Verbreitung beitragen. Sie können darüber hinaus ein stabiles Fundament für die Arbeit thematischer Kompetenz-Zentren mit Backoffice-Funktionen legen.

Das Zukunfts-Zentrum Barsinghausen hat in den zurückliegenden Jahren verschiedene innovative Themenbereiche, mehr oder weniger umfassend, strukturiert und inhaltlich ausgestaltet. Zur Verbreitung und Ergänzung seiner Arbeitsergebnisse strebt es an, Offene Arbeitsplattformen zu diesen Themen zu schaffen. Durch sie sollten die bereits erarbeiteten Wissensbasen zügig zu erweitert, durch zusätzliches Material zu verdichtet sowie Kooperationsverbünde organisiert werden, die die betreffende Wissensbasis kontinuierlich aufbauen und das durch sie verfügbare Wissen über Publikationen, Beratungsarbeit und Bildungsveranstaltungen verbreiten.

Offene Arbeitsplattformen können daher den Vorlauf für den Aufbau größerer Bildungseinrichtungen, wie der vom ZZB geplanten Zukunfts-Akademie, oder auch für die Gründung von Forschungseinrichtungen, wie z.B. einem Forschungszentrum für Nachmaterialistische Naturwissenschaft, schaffen.

Offene Arbeitsplattformen, die auf einem Wissenssystem, einem Kompetenznetz und einer Bildungswerkstatt gründen, eröffnen daher relativ leicht zu organisierende, aber dennoch sehr wirkungsvolle Möglichkeiten, ein neues, gesellschaftlich noch wenig bekanntes Thema, wirkungsvoll zu institutionalisieren.